Kälte.

Schlagwörter

, , , ,

Ich bin dermaßen durchgefroren, dass bisher nicht mal 1 Tasse Kaffee und 3 Tassen Tee helfen wollen. Den Vormittag verbrachte ich bei ekliger Kälte auf der Baustelle. Zunächst ein wichtiger Besprechungstermin, anschließend die üblichen Baustellenprobleme. Cheffe ging zwischenzeitlich zu einem anderen Termin, während ich vor dem Baggerfahrer umher hüpfte, damit er ja keine Wurzel übersieht und beschädigt. Ein wirklich interessanter Termin, wieder viel von Cheffe gelernt und an Selbstbewusstsein hinzugewonnen.
Wieder im Büro traf ich auf die Tasse. Kaum ist die Weihnachtsfeier um, ist sie wohl genesen. Die Weihnachtsfeier gestern, ich sag’s euch… Ich machte früher Schluss, raste nach Hause, sprang unter die Dusche um 15 Minuten später ins Outfit zu schlüpfen und Richtung Bus zu sputen. Ich erwischte trotz Verkehrschaos all mein Busse und Bahnen und war 18.05 Uhr am verabredeten Treffpunkt. Auf einem Parkhausdach. Der Wind pfiff eisig um meine Ohren. Das Parkhaus war beheizt, wieso konnten wir uns nicht drinnen treffen?! 18.15 Uhr noch immer niemand da. Ich stellte mich in den Parkhausaufgang um nicht ganz so schlimm zu frieren. Ich hätte auch meine Mütze aufziehen können, aber dann wäre die Frisiererei umsonst gewesen. 18.20 Uhr ich rief Cheffe an, er ging nicht ran. 18.30 Uhr er rief zurück – „Ja, wir sind auf dem Weg, wir kommen gleich. F. wartet auch schon dort – irgendwo.“ Super. F. kannte ich nur vom Telefon, ein Kollege von Cheffe und freier Mitarbeiter bei uns im Büro. Ich lief aus meinem Unterstand heraus – wer von all diesen Menschen könnte der wartende F. sein? In einem anderen Unterstand stand ein Herr mit Rucksack und Mütze. Ich versuchte mein Glück und landete einen Volltreffer *hui* Er war nett, wir unterhielten uns 10 Minuten, dann trudelten die anderen ein.

Wir liefen über den Weihnachtsmarkt, tranken eine wirklich leckere Feuerzangenbowle, spazierten weiter und endeten schließlich am Glühweinstand. Auf nüchternen Magen stiegen die Getränke mir langsam in den Kopf. Cheffe wurde hörbar lockerer 😀 Wir hatten Spaß. Wir entschieden ins Restaurant zu gehen. Ein wirklich schönes Ambiente. Leider sprach mich die Karte nicht so an, bei fast jedem Gericht klang irgendetwas nach Allergie. Ich hatte keine Lust zu fragen ob in der Kürbissuppe Sellerie ist und verzichtete stattdessen auf eine Vorspeise. Als Hauptgericht gab es etwas vom Schwein, Champignons und Spätzle. Nichts Außergewöhnliches (worauf ich mich bei diesen Weihnachtsessen immer freue) und mein Fleisch war leider trocken, aber immerhin die Spätzle waren sehr lecker.
Es war eine lustige Runde, wir lachten viel, redeten über alles mögliche und ich war froh mittendrin zu sein. Ich war nicht das junge Mädel zwischen den erfahrenen Kollegen, sondern eine Kollegin. Wer weiß wie es geworden wäre, wäre die Tasse mitgekommen. Ich will es nicht wissen. Es war gut so.
Für die Mädels der Runde gab es einen Absacker, für mich einen Whisky, und ich dachte nur dass dies ein wirklich schöner Freitagabend gewesen wäre – wäre es nicht Dienstag gewesen.

Viertel nach zwölf war ich zuhause. Um Viertel vor sechs heute Morgen klingelte erbarmungslos der Wecker. Ich quälte mich aus dem Bett, verfluchte meinen Chef der die Idee hatte das Weihnachtsessen unter der Woche zu machen. Ich fuhr ins Büro, packte dort schnell ein paar Sachen und eilte weiter zum mega frühen Termin. So ist das heute. Müde, durchgefroren und gedanklich schon im Weihnachtsurlaub 😀

Die Stimmung im Büro ist heute irgendwie merkwürdig. Cheffe und ich harmonieren wie immer, haben auf der Baustelle gut zusammen funktioniert und sind heute beide recht entspannt, trotz Arbeitspensum. Ich rede vor mich her, schaue auf meinen Pc: „Chef, ich verlänger die Heckenpflanzung bis zum Zaun, okay?“  „Geht klar.“ Die Tasse schweigt sich aus. Scheint noch immer angeschlagen von ihrem Magen-Darm-Dings (aber wäre sie nicht fit, wäre sie hoffentlich doch nicht hier)… Als er von Terminen kam und sie fragte, ob es Anrufe gegeben habe, ließ sie sich eine Minute Zeit bevor sie antwortete, dass das Telefon heute gar nicht geklingelt habe. Sie klang lustlos oder k.o., keine Ahnung. „Chef, ich unterbreche die Hecke auf der anderen Seite aber nicht, nur um der Symmetrie wegen – das sieht doch irgendwie… sinnfrei aus…“ „Da könntest du recht haben…“ Ebenso als er eben mit ihr über ihr Projekt sprach. Vielleicht ist sie wirklich noch nicht fit, jedenfalls ist es schade, dass sie nicht zur guten Atmosphäre beiträgt, sondern eher gegenteilig/stumpf vor sich hinarbeitet. Dabei macht es doch viel mehr Spaß nebenbei zu reden – und sei es nur über die Arbeit 😉

Advertisements